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ESG-News - Das Foto zeigt ein fragiles durchscheinendes Blattgerippe mit changierenden Farben im Hintergrund

Die 4 neuesten ESG‑Meldungen, die Sie nicht verpassen sollten

1. CDP: Nur 10 % der Unternehmen zeigen konkrete Maßnahmen in Bezug auf Klima‑ und Naturkrisen

In einem Bericht vom 14. Januar 2026 bewerteten das CDP (Carbon Disclosure Project) und das Potsdam‑Institut für Klimafolgenforschung die Reife der Berichte der einflussreichsten Unternehmen anhand des CDP‑Benchmarks (insgesamt rund 25.000). Das wichtigste Ergebnis: Nur 10 % der Unternehmen ergreifen konkrete Maßnahmen, und 1 % erreicht die höchste in der Studie definierte Stufe.
Einige wichtige Punkte aus dem Bericht:
 

Klima

  • Nur 35 % der Unternehmen liegen auf Kurs, ihre eigenen Emissionsminderungsziele zu erreichen. Auf regionaler Ebene führt Europa mit 46% der Unternehmen, die auf Kurs liegen.
  • Unternehmen, die regelmäßig zwischen 2016 und 2023 berichteten, reduzieren ihre Scope‑1‑Emissionen jährlich um rund 2 %, während die Gesamtemissionen jährlich um rund 1% steigen.

Netto‑Null

Das durchschnittliche Tempo der Dekarbonisierung bleibt unzureichend, um einen Netto‑Null‑Pfad zu erreichen. Der Bericht zeigt, dass schnellere Reduktionen notwendig sind: rund 7% pro Jahr für ein Netto‑Null‑Ziel bis 2030, und rund 3 pro Jahr für ein Ziel bis 2050.
 

Scope 3

79% der Unternehmen im Panel berichten „einige“ Scope‑3‑Daten, aber 45% decken ihre wichtigsten Scope‑3‑Kategorien noch nicht ab.
 

Transformationsplan

89% der Unternehmen im Panel bewerten Klimarisiken, aber nur 45% erreichen in ihren Transformationsplänen das erwartete Niveau ihrer jeweiligen Rechtsordnung (Vereinigtes Königreich, Europäische Union, USA, Japan, Singapur und Neuseeland).
 

Natur (Wasser/Wälder)

Nur 64% der Unternehmen im Panel veröffentlichen Wasser‑Daten, obwohl das Thema für die große Mehrheit von ihnen wesentlich ist.
Weniger als die Hälfte (46%) veröffentlicht Daten zu waldbezogenen Praktiken.
 

Ziele & Strategie

Nur gut ein Drittel der Unternehmen verfügt über Ziele, die die gesamte Wertschöpfungskette abdecken, und 40% decken die Mehrheit ihrer wesentlichen Auswirkungen auf die Natur ab.

 

2. EUDR („EU-Entwaldungsverordnung“): Erweiterung möglich

Laut Informationen, die am 11. Februar 2026 veröffentlicht wurden, beabsichtigt die Europäische Kommission zwar nicht, weitere Änderungen an der Verordnung (EU) 2023/1115 über entwaldungsfreie Lieferketten (EUDR) vorzuschlagen (die Ende 2026 für die ersten betroffenen Unternehmen – große und mittlere Unternehmen – in Kraft tritt). Allerdings erwägt sie, den Anhang der Verordnung zu ändern, um Palmöl-Seife und Instantkaffee aufzunehmen.
 
Zur Erinnerung: Die EUDR soll sicherstellen, dass Produkte, die in der EU verkauft werden, nicht von Land stammen, das nach 2020 abgeholzt oder degradiert wurde. Sie verpflichtet Unternehmen, die Rohstoffe und bestimmte daraus abgeleitete Produkte (Kaffee, Kakao, Palmöl, Vieh, Soja, Holz und Kautschuk) importieren, Sorgfaltserklärungen (Due-Diligence-Erklärungen) mit Geolokalisierungsdaten der Flächen einzureichen, auf denen die betreffenden Produkte angebaut wurden.
 

3. SDGs: Europäische Länder stagnieren

Laut dem „Europe Sustainable Development Report 2026“, der am 26. Februar 2026 veröffentlicht wurde, kommt Europa bei der Agenda 2030 kaum voran: Der Fortschritt hin zu den SDGs stagniert (und geht bei bestimmten Umwelt- und sozioökonomischen Zielen sogar zurück). Der Bericht (7. Ausgabe) umfasst 41 Länder (EU-Mitgliedstaaten, Bewerberländer, EFTA, Vereinigtes Königreich). Obwohl die Leistungen variieren (nordische EU-Länder, EFTA-Länder und Westeuropa liegen vorn), hebt der Bericht hervor, dass kein europäisches Land auf einem Weg ist, der die 17 SDGs (Ziele für nachhaltige Entwicklung) erreichbar erscheinen lässt.
 
Herausforderungen bestehen insbesondere in den Bereichen:
  • Klima (SDG 13)
  • Biodiversität (SDGs 14/15)
  • Nachhaltiger Konsum und Produktion (SDG 12)
  • Nachhaltige Landwirtschaft (SDG 2)
Ein sehr praktischer Punkt für ESG-Abteilungen: Für die EU-27 entstehen rund 40% der Treibhausgasemissionen tatsächlich im Ausland durch Handel. Dies verstärkt den Druck, Nachhaltigkeit entlang der Lieferketten voranzutreiben und nicht nur durch inländische Dekarbonisierung.
Schließlich warnt der Bericht in Bezug auf das Prinzip „Leave No One Behind“: Mehrere führende Länder wie Finnland, Schweden und Deutschland verzeichnen wieder steigende Armuts- und Benachteiligungsindikatoren. Das zeigt, dass soziale Aspekte stärker in Nachhaltigkeitsstrategien berücksichtigt werden müssen – etwa durch eine gerechte Transformation und gezielte Unterstützung betroffener Gruppen.
 

4. Überarbeitete CSRD: Der "Omnibus-Text" ist offiziell veröffentlicht

Der zweite Omnibus-Text, der insbesondere die CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive) und die CSDDD/CS3D (Corporate Sustainability Due Diligence Directive) ändert (auch die Rechnungslegungsrichtlinie und die Abschlussprüferrichtlinie sind betroffen), wurde am 26. Februar im Amtsblatt der EU veröffentlicht.
Diese offizielle Veröffentlichung markiert den Beginn der Umsetzungsphase des Textes in das Recht der Mitgliedstaaten. 
Der Zeitplan für die Veröffentlichung des zukünftigen freiwilligen KMU-Standards (VSME – Voluntary SME Standard) wurde ebenfalls festgelegt: Die Kommission hat bis 19. Juli 2026 Zeit, ihren delegierten Rechtsakt vorzulegen. Die überarbeiteten ESRS-Standards (European Sustainability Reporting Standards) werden bis Ende Juni erwartet.